Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus

27. Januar 2021. Der GEW-Kreisverband Braunschweig gedenkt der Opfer des Nationalsozialismus mit einer Kranzniederlegung am Braunschweiger Schilldenkmal.

Seit 1996 ist der 27. Januar in der Bundesrepublik der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus. Der Tag erinnert an die Befreiung des nationalsozialistischen Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz vor 76 Jahren, in dem mehr als eine Million Menschen ermordet wurden.
Am 27. Januar 1945 befreiten sowjetische Soldaten das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz. Auf dem Gelände befanden sich zu diesem Zeitpunkt noch etwa 7.000 Menschen. Wie kein anderer Ort symbolisiert Auschwitz die Verbrechen der Nationalsozialisten. Von 1940 und 1945 wurden hier mindestens 1,1 Millionen Menschen ermordet.

Foto: Susanne Schmedt

Deutschland – Berlin. Denkmal für die von den Nationalsozialisten ermordeten Juden Europas – ein Kurzfilm, der zum Nachdenken und Diskutieren anregen soll.
(Quelle: Bundeszentrale für politische Bildung)

In Gedenken an die Opfer des Faschismus legen Vertreter*innen der GEW am 27. Januar 2021 an der Gedenkstätte Schillstraße in Braunschweig einen Kranz nieder.



In Braunschweig an der Schillstraße entstand während des 2. Weltkriegs ein KZ-Außenlager des Hamburger Konzentrationslagers Neuengamme. Diesem waren fast 90 Außenlager angegliedert, die ab 1942 im nordwestdeutschen Raum errichtet worden waren. Sie stellten für „kriegswichtige Unternehmen“ Arbeitskräfte zur Verfügung, indem die SS den Firmen die Arbeitsleistung der Häftlinge verkaufte. Harte Arbeit in den Werken und menschenverachtende Lebensbedingungen in den Lagern bedeuteten für viele KZ-Häftlinge die psychische und physische Vernichtung. Im August 1944 begann die SS mit der Errichtung des KZ-Außenlagers an der Schillstraße in Braunschweig. Vier Steinbaracken wurden als Unterkünfte für die Häftlinge gebaut, ein weiteres Gebäude auf dem gegenüberliegenden Grundstück diente den SS-Wachmannschaften als Wohnbaracke. Ende Oktober 1944 war der Bau des Lagers Schillstraße abgeschlossen.

Der größte Teil der Häftlinge war in Auschwitz für den Arbeitseinsatz ausgemustert worden und traf in drei Transporten ab September 1944 in Braunschweig ein. Ein Teil der Häftlinge kam in ein Unterkommando in Vechelde. Ende 1944 lebten im Lager an der Schillstraße ca. 500 Männer, in Vechelde ca. 400 Männer. Die Mehrzahl der Häftlinge arbeitete in der Automobilproduktion der Büssing NAG, andere wurden bei Räumungsarbeiten eingesetzt. Die meisten Häftlinge waren Juden polnischer Herkunft, die aus dem Ghetto Lodz kamen. Unter den anderen Nationalitäten befand sich eine Gruppe französischer Gefangener. Unterbringung, Verpflegung und gesundheitliche Versorgung waren bei einer Arbeit in 12-Stunden-Schichten so unzureichend, dass mehrere hundert Häftlinge an den Folgen der Entkräftung starben. Misshandlungen forderten weitere Todesopfer. Ende März 1945 wurde das Außenlager aufgelöst und die Häftlinge wurden in sogenannten Evakuierungstransporten in andere Lager verschleppt. Amerikanische Truppen befreiten die Überlebenden am 2. Mai 1945 in Wöbbelin bei Ludwigslust.

Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit den historischen Hintergründen des Außenlagers an der Schillstraße begann erst in den neunziger Jahren.
Am 7. Mai 2000 wurde die „Gedenkstätte KZ-Außenlager Braunschweig Schillstraße“ der Öffentlichkeit übergeben. 

Der Text entstand nach Informationen der Stadt Braunschweig und der Bundeszentrale für politische Bildung.