GEW will Soforthilfen für Schulen stark erhöhen

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) fordert die umgehende Verzehnfachung der Corona-Sonderhilfen für Niedersachsens Schulen. Rechnerisch sollen damit in diesem Jahr 200 statt bisher nur 20 Euro für jede Schülerin und jeden Schüler zur Verfügung stehen. Die Summe von 220 Millionen Euro ließe sich nach Ansicht der GEW aus dem Sondervermögen des Landes zur Bekämpfung der Pandemie entnehmen, das für diese Zwecke eingerichtet wurde.

„Bisher standen 20 Euro pro Schüler zur Verfügung, erforderlich wären für 2021 jedoch mindestens 200 Euro. Nur so kann der Gesundheitsschutz der Beschäftigten und ihrer Schützlinge spürbar verbessert werden. Die in Niedersachsen vorhandenen Gelder müssen endlich genutzt werden. Das Corona-Sondervermögen des Landes ist keine Spardose“, kritisierte die GEW-Landesvorsitzende Laura Pooth.

Das Geld solle den Schulen umgehend und unbürokratisch zur Verfügung gestellt werden. Neben personeller Entlastung bräuchten zahlreiche Schulen noch immer FFP2-Masken, Luftreinigungsgeräte und technische Ausstattung. Vielerorts seien die Schulen in Vorleistung getreten, die das Land nun rasch ausgleichen müsse, forderte Pooth. „Es kann doch nicht angehen, dass Fördervereine oder Sponsoren das finanzieren, was Aufgabe von Land und Kommune ist“, betonte Pooth. Zwar gebe es bereits engagierte Schulträger und auch vom Bund existieren Hilfen, doch das Land Niedersachsen wisse offenbar noch immer nicht, wohin mit seinen eigenen Geldern.

„Auch die Kreditermächtigungen in Niedersachsen wurden nicht einmal zu einem Drittel ausgeschöpft. Schulbeschäftigten und Eltern erklärt sich nicht, warum die Landesregierung den Missständen in den Schulen derart wenig Beachtung schenkt“, kritisierte Pooth.

Die GEW fordert weiterhin ein auf Dauer angelegte Investitionsoffensive für die Schulen, Hochschulen und die Erwachsenenbildung – ohne Kompetenzgerangel der staatlichen Ebenen und ohne bürokratische Hürden beim Abrufen der Hilfsmittel.
(aus: Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Niedersachsen)